Zeit für das Wesentliche

Die digitale Hilfe für Pflegekräfte

Projekt

In meiner Arbeit habe ich untersucht, welche Bedürfnisse und Herausforderungen in der heutigen Altenpflege bestehen. Besonders deutlich wurde, dass die aufwendige Dokumentation Pflegekräfte stark belastet und wertvolle Zeit für die menschliche Zuwendung fehlt.Mein Lösungskonzept setzt hier an und beinhaltet eine KI-gestützte, individualisierbare Dokumentation, die Pflegekräfte entlastet, Prozesse vereinfacht und den Fokus wieder auf das Wesentliche lenkt, die zwischenmenschliche Beziehung zu den Bewohner:innen im Altenheim

Umsetzung

Zu Beginn habe ich eine Marktanalyse durchgeführt und aktuelle KI Trends sowie bestehende Dokumentationsprogramme untersucht, unter anderem durch meinen Besuch auf der Altenpflegemesse 2025. Aufbauend darauf habe ich verschiedene Feldstudien umgesetzt, wie teilnehmende Beobachtungen in einem stationären Altenheim und in einer teilstationären Einrichtung, ergänzt durch eine Gruppendiskussion mit Vertretern der Altenpflege und mehrere Interviews.Aus diesen Erkenntnissen entwickelte ich einen ersten Prototypen, den ich in einem Co-Creation-Workshop gemeinsam mit einem Altenpfleger der Caritas verfeinert habe. Das Ergebnis ist ein digitales Konzept für eine KI-gestützte Dokumentationslösung, die Prozesse in der Altenpflege schneller, effizienter und zugleich nutzerfreundlicher macht. Das vollumfängliche Konzept bietet zwei Ansichten auf einem digitalen Touchdisplay. Eine Ansicht ist nur für die Pflegekraft, die andere Ansicht für die pflegebedürftige Person und die Pflegekraft.

Ansicht für Pflegekräfte

Für die Pflegekraft steht eine Übersicht bereit, die alle wichtigen Informationen auf einen Blick sichtbar macht. Auffälligkeiten werden direkt hervorgehoben, notwendige Maßnahmen können schnell abgehakt und regelkonform dokumentiert werden. Die integrierte KI weißt den Pfleger zusätzlich auf Abweichungen hin. Durch wenige Klicks lassen sich verschiedene Protokolle vervollständigen oder andere Werte erfassen. Gleichzeitig eröffnet die Lösung die Möglichkeit, im Gespräch mit der pflegebedürftigen Person gezielt auf Vergangenes oder Aktuelles einzugehen, um so die kognitiven Fähigkeiten zu fördern und die zwischenmenschliche Interaktion zu stärken.

Ansicht für pflegebedürftige Personen und Pflegekräfte

Die zweite Ansicht richtet sich sowohl an Pflegekräfte als auch an pflegebedürftige Personen. Sie eröffnet vielfältige Möglichkeiten, die Beziehungsebene zu stärken und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Hier können Biografiefragen durchgegangen, alte und neue Medien betrachtet oder spielerische Aktivitäten durchgeführt werden, alleine, gemeinsam mit der Pflegekraft oder auch mit anderen Bewohner:innen. Kognitive Übungen unterstützen dabei die geistige Fitness. Darüber hinaus können Bewohner:innen mithilfe von Google Maps vertraute Orte wie den alten Schulweg erkunden oder direkt mit Angehörigen in Kontakt treten. Ziel der Aktivitätenansicht ist es, die zwischenmenschliche Nähe in den Vordergrund zu rücken und die Pflege über die rein medizinische Ebene hinaus menschlicher zu gestalten.

Prototyp

Nominiert für den Kölner Design Preis 2025

Das Projekt MONA wurde für den Kölner Design Preis 2025 nominiert und im Museum für angewandte Kunst in Köln ausgestellt.

Mehr Infos zum KDP:
MONA
Linda Schulze
Kontakt: linda.schulze.design@gmail.com